Gerda Brinkmann

selbstverlegende Autorin und Lyrika Team-Mitglied seit 2016

Ausgabe Oktober 2016

Raue Wege

Elke ist ganz stolz darauf, dass sie ihren Weg gefunden hat. Sie hat ihn im dichten Wald gefunden, es ist kein eingetragener Weg und wird ab und zu von den Forstarbeitern benutzt. Heute ist der Tag, an dem sie zum ersten Mal ihrer Freundin Mara ihren heiligen Weg zeigt. Mara ist von Anfang an nur am Meckern, weil es ja so „über Stock und Stein“ geht. „Das soll nun dein schöner Weg sein?“, schimpft sie. „Wo ist der denn schön? Ich stolpere hier herum und breche mir fast ein Bein!“ Mara schnauft und ist total rot im Gesicht. Elke ist enttäuscht. Warum in aller Welt hat sie ihre Freundin nur mitgeschleppt, die „jault nur die ganze Zeit rum“. Das hat sie heute aber Lehrgeld bezahlt!

Am Abend, als sie nach einem heißen Bad mit einem Glas Wein auf der Terrasse sitzt, denkt sie darüber nach, warum sie diesen angeblich so unschönen Weg für sich auserkoren hat und warum er zu „IHREM Weg“ geworden ist. Er beschreibt eigentlich genau das Leben. Ein Leben läuft nicht immer gerade aus und ist eben; nein, es ist verschlungen, sperrig und knorrig, es gibt Steine auf dem Weg und Verästelungen. Es läuft sich manchmal nicht so einfach, manchmal geht es bergauf und dann wieder runter. Ja, ihr Weg ist anstrengend wie das richtige Leben auch. Aber auf der anderen Seite lernt sie gerade auf diesem Weg ihren Körper und Geist besser kennen, sie geht achtsam und passt besser auf. Und interessanter ist er auch! Sie muss lächeln. Ihr Weg ist halt nichts für Mara und eben auch nicht für jedermann! Aber für sie ist er GENAU DER RICHTIGE!

 

 

Einzigartig ist mein Leben…

Einzigartig ist mein Leben…   wenn ich daran denke.
Das habe ich jetzt verstanden.
Ich betrete diesen Raum
und fühle mich wohl.
Ich sehe diese Menschen
und vertraue Ihnen.
Ich vergesse meine Sorgen
und ich bin ich.

Einzigartig ist mein Leben…
wenn ich lieben kann.
Ich sehe, dass so viel Liebe
um mich herum ist.
Ich weine vor Glück.
Ich nehme Deine Hand.
Von Dir.
Du!
Wenn die Herzen im Takt schlagen…
Alles Quatsch dachte ich…
NEIN.
Es gibt sie…

Die Einzigartigkeit!
Die Menschen, die Dir guttun.
Der Raum, der Dir Sicherheit gibt.
Die Zeit, die Dich wachsen lässt.
Die Liebe, die Dich leben und heilen lässt.

Einzigartig ist mein Leben…
Ja, einzigartig!

 

 

Der Wohlfühlordner

Silvia muss eine Pause machen. Sie merkt, dass die Müdigkeit kommt. Wann kommt endlich der nächste Rastplatz? Es wird Zeit. Noch 10 km, ah… endlich!

Als sie die Raststätte erreicht, bestellt sie sich einen doppelten Espresso und setzt sich in eine gemütliche Ecke. Sie beobachtet einen Mann, der lächelnd auf das Display seines Handys schaut. Er bemerkt, dass sie ihn beobachtet und fühlt sich ertappt! Auf einmal sagt er laut zu sich: „Das hat jetzt gutgetan!“ Silvia muss jetzt endgültig lachen! Er lacht zurück! „Ich glaube, ich bin Ihnen eine Erklärung schuldig!“ „Sie müssen mir gar nichts erklären“, sagt Silvia amüsiert. „Ich war jetzt heute schon insgesamt 2 Stunden im Stau gestanden, habe einen wichtigen Termin verpasst und hatte einen höchst unangenehmen Anruf meines Chefs! Ich hatte echt schlechte Laune bis gerade jetzt! Dann fiel mir mein „Wohlfühlordner“ ein.“ „Was ist das?“, fragt Silvia interessiert. „In meinem Wohlfühlordner habe ich auf meinem Smartphone all die Fotos gespeichert, die mich an total schöne Dinge erinnern oder auch an sehr lustige!“ „Aha“, Silvia ist beeindruckt. „Und das funktioniert wirklich. Ich schaue mir diesen Ordner an und erschaffe mir so einen Gegenpol zu meinen negativen Gedanken!“, erklärt er weiter. „Kann ich Ihnen auch nur empfehlen“, zwinkert er ihr zu und steht auf. „Das mache ich! Gute Weiterfahrt!“, sagt Silvia zum Abschied. Was für eine wertvolle Begegnung! „Ich fange gleich damit an!“, und sie erstellt einen neuen Ordner in ihrer Fotosammlung. „Feeling good“ nennt sie ihn! Und als erstes kommt ein Foto von Ihrer Lieblingsblume rein, dem Klatschmohn…

 

Ausgabe August 2016

Heimweh

Ich saß vor ein paar Jahren im Rahmen einer Lesung neben einem älteren Herrn. Die Lesung wurde von einem jungen Autoren abgehalten und war ein voller Erfolg. Als die Lesung beendet war, kamen der alte Mann und ich ins Gespräch. Das Thema des Abends war „Heimweh“ gewesen und er fing an, von seiner Kindheit in Griechenland zu erzählen: Seit 40 Jahren lebe er in Deutschland, aber er vermisse sein Heimatland immer noch! Er erzählte von seinem Dorf, von den Stränden, vom Meer und von den leuchtenden Farben! Er erinnerte sich an die wundervollen Menschen in seinem Dorf, an den Zusammenhalt und an das Barfußlaufen durch die Gassen. Wie seine Augen strahlten! Ich sah alles vor mir, so bilderreich hatte er es beschrieben. Als er aufstand, fragte er mich, ob ich ihm helfen und zur Tür begleiten könnte. Sein Sohn hätte sich anscheinend verspätet! Ach, er hätte es noch nicht erwähnt, er sei von Geburt an blind. Ich schluckte und bemerkte seinen amüsierten Gesichtsausdruck. „Ja, ich bin blind, aber mein Dorf kenne ich bis heute wie meine Westentasche. Meine Mutter hat mir alle Farben beschrieben, ich sehe das alles vor mir!“ Ich war tief beeindruckt und bot ihm meinen Arm an…

 

Eric und der Springbrunnen

Der kleine Eric läuft ganz schnell ins Haus. Er versteckt sich hinter dem Sofa. Er hat den neuen Ball sehr weit geschossen! Der flog so schön! Und er flog genau in das Scheunenfenster vom Nachbarn Janssen. Oh, oh! Was soll er nur den Eltern sagen? Er ist verzweifelt. Er will nicht weinen. Nein, hastig wischt er die herausschießenden Tränen fort. „Papa wird ordentlich schimpfen“, sagt er zu sich. Er überlegt. Dann kommt ihm eine Idee. Er läuft zu Onkel Jupp rüber, er ist der Nachbar von der anderen Seite. Dieser hat ihm schon so oft das Fahrrad repariert und ihm gesagt, dass er ihn mag. Sein Herz schlägt ihm bis zum Hals! Er ist so aufgeregt und krallt die Finger fest in den Unterarm. Er steht an der Tür und klingelt. Onkel Jupp sieht immer lustig aus mit Latzhose und Baseballkappe. Etwas kann man die längeren roten Haare sehen und sein Gesicht ist mit Sommersprossen übersät. „Na, Kleiner, komm rein, ich habe alles gesehen!“ Jetzt fängt Eric doch an zu weinen und schämt sich sehr seiner Tränen. Onkel Jupp schaut ihn liebevoll an. „Weißt du was, ich mache jetzt mal einen guten Kaffee und rufe Enno dazu. Dir mache ich eine heiße Schokolade, was denkst du?“ Enno Janssen war der besagte Nachbar mit dem jetzt kaputten Scheunenfenster! „Ich werde Enno anbieten, dass ich ihm die Scheibe repariere! Ist ja nur ein kleines Fenster! Ich habe da noch was da bei mir im Schuppen!“ Eric weiß nicht, was er sagen soll, sein Herz hüpft vor Freude und er muss an den Springbrunnen denken, den er im Zoo gesehen hat und wo er sich so glücklich gefühlt hat. Jetzt ist er der Springbrunnen und seine Gefühle explodieren. Er drückt die Hand von Onkel Jupp ganz fest!

Ausgabe Mai 2016

Selbstverständlich

Viele Dinge erscheinen uns im Leben als selbstverständlich.

Wir sollten nach links und rechts schauen, nach vorne und hinten und die Dinge anders betrachten…

…mit Dankbarkeit. GB

 

Morgenmuffel

Die Kaffeemaschine hat heute Morgen funktioniert,

das Wasser beim Duschen war warm,

die Frau im Radio plappert fröhlich,

der Nachbar hat sogar freundlich gegrüßt.

Warum bin ich dann nur so ein Morgenmuffel?

;-);-);-) Ich weiß es nicht…

Sind Sie es auch? / Bist Du es auch?

Wünsche allen einen wunderschönen Morgen. GB

 

Momente

Ein alter Freund hat gestern angerufen.

Erinnerungen wurden wach;

Die Kindheit, die Schule, die Lehrer, die Streiche…

Gemeinsames Lachen.

Momente, die die Seele berührten.

Momente, die man festhalten sollte.

Wertvolle Momente entstanden aus einem Telefonat, die nachwirken…bis jetzt.

MAN MUSS SIE NUR ERKENNEN UN ZULASSEN.

SIE SIND ÜBERALLGB

 

Mein Weg

Die Sonne scheint. Was für eine Kraft sie schon hat.

Bin heute Morgen schon durch den Taunus gestapft.

Ich habe da so meinen Weg gefunden.

Ich gehe ihn gerne.

Was erstaunlich ist- er sieht jeden Tag, wenn ich ihn gehe,

ANDERS AUS.

ER hört sich jeden Tag

ANDERS AN.

Er riecht jeden Tag

ANDERS.

Ich mag meinen Weg, immer anders und besondersGB

 

Mein Weg II

Jeden Morgen, wenn ich durch den Taunus stapfe,

führt mein Weg mich nach 3 Minuten immer stetig nach oben.

Für mich ist es „mein Berg“, den ich hinaufgehe.

Ich komme an einem kleinen Wasserfall vorbei.

Dieser Ort ist meine Belohnung.

Er lädt mich ein innezuhalten.

Ich sehe wie das Wasser runterrauscht.

Es rauscht in meinen Ohren und übertönt meine Gedanken.

Das ist der Moment, in dem alle Gedanken verblassen und gänzlich verschwinden.

Was für eine Ruhe im Kopf.

Was für eine Gnade.

Jeder Mensch braucht einen Ort,

zu dem er kommen kann

UND VERGESSEN.

Ich habe ihn gefunden und belohne mich jeden Morgen damit. GB

 

Das Ergebnis

Ich bin ein äußerst positiver Mensch.

Aber geht es Euch auch manchmal so, dass man in einem Zustand zwischen Hoffen und Bangen hängt und selbst einem die ureigene positive Kraft nicht wirklich helfen kann!?

Sie lässt dich zwar nicht verzweifeln, aber die richtige Lebensfreude will sich nicht mehr einstellen.

Und in diesem Zustand bekommt man den lang ersehnten Anruf; das Ergebnis.

Die Stimme am anderen Ende hört sich fröhlich an.

„Und?“ frage ich ängstlich.

„Alles gut!“…die Antwort.

Und auf einmal wird der Raum größer,

der Blick wird weiter,

die Schultern werden leichter

UND DAS LICHT WIRD HELLER.

Oh…ich könnte die Welt umarmen. GB

 

Zeitreise

Geht es Euch auch so, dass man, wenn ein bestimmtes Musikstück gespielt wird,

sofort irgendwo andershin katapultiert wird?

Mir geht es so bei Musikstücken aus meiner Jugendzeit, oder sagen wir Sturm-und Drangzeit.

Ich höre es und bin SOFORT an diesem Ort mit den Menschen, mit den Sprüchen, mit den Gerüchen…

Ich bin MITTENDRIN IN EINER ANDEREN ZEIT.

Es ist so faszinierend.

Wie schnell das geht!

Der Song wird gespielt z.B. im Auto und der Film von damals im Kopfkino ist auf der Stelle abspielbereit.

Das Schönste dabei ist, dass dann dadurch meistens (nicht immer!) ein Lächeln ins Gesicht gezaubert wird. GB

 

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