Anna Babajewa

Studium der Sprachwissenschaften

 

Dialog mit dem Gott

 

*** Teil I***

 

Das ist so leicht und gleichzeitig so schwer-

Dieser Dialog mit dem Gott.

Das ist betrügend und gleichzeitig bedrückend,

Dieser Monolog, ohne Gott.

 

Wie weit geht deine Ehrlichkeit mit dir selbst?

Chaos schreit in deiner Seele, in deinem Herz,

Hier seid ihr alleine, du und deiner Selbst,

Ihr seid hier verstreut, doch ein Spinnnetz hält euch fest.

 

Buchstaben fließen wie die Noten-

Hier fehlt die Melodie, stumm ist die Stimme.

Die Finger spielen, kreieren Worte,

Die Finger tänzeln, begleitend dein Gespräch.

 

Das Drama führt seine Schauspieler zusammen,

Du bist der Zuschauer deiner eigenen Geschichte,

Der Dirigent leitet die unzähligen Aktanten in dir und ordnet sie in Schichten,

In dem Konzert des Wirrwarrs im Dunklen sitzt du mit ihm beisammen.

 

Das ist erschöpfend, es ist schwer-

Dieser Dialog mit dem Gott.

Die Fülle der Gefühle scheint dir trotzdem leer,

Der Monolog hilft nicht, hier fehlt der Gott.

 

     ***Teil II ***

 

Es fällt mir schwer, es fällt mir leicht,
Das Neue kommt, die Erinnerung bleicht,
Ich bin erschöpft, ich bin wieder heiter,
Fortan dasselbe- das Leben geht weiter.

Die Sonne ging unter, der Regen brach auf,
Verwundert über den Wechsel, schaute ich hinauf,
Die Tropfen fielen über meine Schulter hinab,
Die Strahlen schauten auf sie herab.

Es fällt dir leicht, es fällt dir schwer,
Das ist ein Wechsel- dieses Hin und Her,
Du bist heiter, du bist doch erschöpft,
Es ist erst der Anfang, du zartes Geschöpf!

Regen und Sonne- es ist ein Zyklus,
Leichtsinn und Gefahr- als wärest du im Zirkus,
Der Kreis hat keine Wände, die Linien sind rund,
Bewege deine Hände, sie werden nicht wund!

 

     *** Teil III ***

 

Augen zu und durch?

Beiß’ die Zähne zusammen?

Kennst du keine Furcht?

Ich sage nur „Amen“.

 

Gewiss, es ist furchtbar.

Gewiss, es wird fruchtbar.

Bloß keine Eile,

Warte noch eine Weile.

 

Du bist doch ein Narr!

Du schwankst, du fällst…um ein Haar…

Was ist das für ein Gelüst!

Mich beschützt mein inneres Gerüst.

 

Der Anspruch an mir selbst

Wächst und fordert mich heraus.

Ich kämpfe gegen mich selbst

Und wachse darüber hinaus.

 

Immer deine Sturheit,

Es wird zu einer Krankheit,

Die Irren in deinem Kopf hallen!

Du tust Dir selbst kein Gefallen!

 

Augen zu und durch!

Habe keine Furcht!

Ich bin wohl verrückt…

Ein Fratz… der Steine rückt.

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***

 

Ein lebendiger Blick,

Ein warmes Lächeln,

Der Sonnenstrahl erwärmt die Kacheln,

Später sonnt sich dein Herz durch einen Klick.

 

Geschriebene Worte, gedrückte Sätze,

Gemalte Bilder im Horizont der Gesetze,

Wie ich mich entscheiden soll, mit Verstand oder mit dem Herzen,

Wie ich nun handeln soll, mit Überlegenheit, ohne zu hetzen…

 

Was ist dann besser,

Die Nähe der Vertrautheit oder die Ferne des Unbekannten?,

Getippte Phrasen oder ausgesprochene Gedanken und harmonische Phasen…

Das Blatt ist nicht mehr leer,

Doch die Unendlichkeit qualt mich umso mehr…

 

Dann meldet sich mein Stift und sagt zu mir:

„Steh‘ zu Deinen Verwirrungen und habe keine Bedenken,

Das kommt nur davon, weil wir zu viel denken.

Einem geschriebenen Blatt folgt das andere leere,

Sobald es gefüllt ist, umgibt dich wieder die bloße Leere,

Dreh‘ die Seiten um, fülle die Zeilen und folge deinem Blatt.“

 

Der Fluss der Gedanken führt mich nun zum Meer der Gefühle,

Ich kann zwar nich schwimmen, doch eine unsichtbare Hand rettet mich vorm Ertrinken,

Dann öffne ich die Augen und fühle die Magie der Augenblicke, die mich betrinken.

 

Ein lebendiger Blick,

Ein warmes Lächeln,

Der Sonnenstrahl erwärmt die Kacheln,

Später sonnt sich dein Herz durch einen Klick.

 

So leitet uns eben der Fluss des Lebens,

Von dir selbst zu fliehen ist es vergebens.

An jedem Ufer erlebst du etwas Neues,

Das Wasser rauscht sanft: „Du bist ‚was Besonderes!“

 

***

Wen habe ich vor mir?

Einen, der mich rettet?

Einen, der mich tötet?

Einen Lügner oder einen Engel

soll ich sehen in Dir?

 

Was sagen Deine Worte aus?

Leidet mein Glaube an Mängel?

Wann finde ich den Sinn heraus?

Oder gehe ich meinem Schicksal voraus?

 

Fragen über Fragen, doch die Antworten fehlen,

Suchen und Versuchen, die ein Chaos verursachen,

Reden und Tatsachen….die mein Denken lähmen.

 

Verschwinde, du quälst mich!

Oh nein, bleibe, ich brauche Dich!

 

Wer bist Du wirklich?

Spielst Du nur heimlich?

Wie ist denn Dein Wesen?

Hast Du denn ein Gewissen?

 

Du bist ein Mensch, hast also Gefühle,

Ob wahre oder kalte… Du hast Gefühle,

Die äußern sich in Deinem Handeln,

Du bist ein Mensch, Du kannst dich also wandeln.

 

Nun zeige mir endlich Dein Gesicht,

Mische die Karten aufs Neue.

Hat man bei Dir je Zuversicht?

Oder kommt es wieder dazu, dass ich es bereue?

 

Du siehst jetzt selbst,

Die Fragezeichen beschädigen Dein Auge,

Du hast jedoch die Wahl, es nicht zu lesen,

während diese Zeichen mein Herz schmerzen.

 

Weil ich…

Siehst Du? Ich habe keine große Wahl….

Im Gegensatz zu Dir

sind diese Fragen in mir.

 

Ich habe nur noch eine kleine Wahl,

Ich stelle sie einzig und allein DIR!

 

ILLUSION

 

Die Sehnsucht vor Jahren sucht mich wieder auf,

Die Augen, die ich einst mal liebte, bringen mich zu meinen Träumen hinauf,

Mein Schutzengel bewegt seine Flügel wieder,

Nur zum Fliegen stehe ich selbst noch zu nieder.

 

In Wirklichkeit bist du für mich ein Traum,

Ein Traum, der nie wahr geworden ist,

Doch deine Silhouette bekommt immer mehr Raum,

Nur deine Stimme… die erreicht mich nicht.

***

Verschwende deine Worte nicht umsonst

Und vernachlässige nicht das Ungeschriebene,

Keine Strophe wird ohne stilles Denken zum Leben gerufen

Und einiges bleibt ungeboren, sogar gestaltet mit hohen Worten.

 

Taten sind Beweise, Reden ist weise,

Worte berühren, Handeln begeistert,

Es ist ein Wunder, was dein Herz meistert,

Der Einklang der Sinne streichelt dich leise.

***

Wenn deine Augen die Leere entdecken,

An wen denkst du da?

 

Wenn deine Hände das Neue erforschen,

An was denkst du da?

 

Wenn das Alte dein Inneres besiedelt,

Zu wem will es denn?

Wenn die Einsamkeit ihr Leben lebt,

An wen denkst du da?

 

Wenn der Lärm in deinen Ohren lebt,

Was erhoffst du noch?

 

Wenn die Melodie deine Sinne weckt,

Wem gehörst du schon?

 

Wenn du kampflüstern deine Brust nach vorne streckst,

Auf wen zielst du da?

Wenn deine Finger zu Fäusten werden,

Wer hat denn wohl Schuld?

 

Wenn die Fäuste plötzlich nicht schlagen können,

Was geschah denn bloß?

 

Wenn deine Füße den Weg entdecken,

Wer ist denn der Grund?

 

Wenn deine Arme zu Flügel werden,

Was ist wohl der Grund?

 

Wenn deine Hände dein Gesicht sperren,

Was verbirgst du da?

 

Wenn himmlische Geister sie dann entfernen,

Was entblößt du da?

 

Wenn das Märchen vorüber ist,

Gibt es Träume noch?

 

Wenn die Träume zerplatzt sind,

Gibt es Märchen noch?

 

Wenn die Hoffnung den Geschlagenen hochzieht,

Gibt es einen Sinn?

 

Wenn sich morgen alles von selbst ändert,

Was war denn der Sinn?

 

Wenn der neue Tag dich plötzlich anlächelt,

Was entdeckst du da?

 

Wenn deine Tränen den Staub wischen,

Was vergisst du da?

 

Und wenn der Sonnenstrahl die Tür öffnet,

EINEN LEUCHTENDEN PFAD ZU ZEICHNEN BEGINNST DU DA!!!

 

 

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