Dietmar Ruhfus

Autorenbild_Dietmar-Ruhfus

Ausgabe September 2016

 

Das Leben ist schön – Lebe es jeden Tag!

Unsere Kindheit spielte sich in den 70gern des letzten Jahrhunderts in Eckernförde ab.

Lange… warme Sommer… in den Sommerferien ging es an den Strand… wir spielten nur draußen… meist Fußball…. Abenteuerspiele… und die Höchststrafe war, wenn Mutter

uns zum Abendbrot rief.

Wir waren richtige Jungs…. mein Bruder…. unsere Freunde und ich… da war es nur klar,

das wir in unseren Spielen auch Ritter waren, die natürlich fochten… mit spitzen Ästen.

Über die Gefahren machten wir uns keine Sorgen oder Gedanken… ich wunderte mich immer nur, das meine Eltern so besorgt wegen meines Bruders waren.

Mein drei Jahre jüngerer Bruder Thomas war wie alle Kinder auf den ersten Blick – zur Nacht aber änderte sich dieses gravierend. Denn immer kurz vor dem zu Bett gehen fingerte er sich mit seinen kleinen Fingerchen sein rechtes Auge aus seiner Augenhöhle… so lange ich denken kann, ein für mich normaler Vorgang. Tommy hat seit seinem 15. Lebensmonat ein Glasauge…. kann nur auf dem linken Auge sehen.

Meiner Mutter fiel immer öfter auf, das Tommy mehr und mehr anfing zu schielen –

  1. dem Augenarzt vor Ort nichts Besorgniserregendes.

Meine Eltern fuhren dann aber selber nach Kiel in die Uni… eine sofortige Verlegung ins Klinikum nach Essen mit zeitnaher OP war die Folge.

Tommy war an einem Retinoblastom erkrankt –  ein seltener, bösartiger Augenkrebs im Kleinkindalter.

Wie in über 95% der Krankheitsfälle wurde auch ihm ein Auge entnommen…. zu weit war der Krebs schon vorangeschritten.

Eine schwere und schlimme Zeit für meine lieben Eltern… da ich erst knapp 4 Jahre alt war, habe ich an diese Zeit keine Erinnerungen. Meine Eltern war es wichtig zu wissen, ob es an ihnen lag, sprich in der Ahnengeschichte so etwas schon mal vorgekommen war. Dieses wurde von einem Professor für Augenheilkunde am Klinikum Essen klar verneint. Bei dem Retinoblastom handelt es sich um einen Gendefekt, eine Laune der Natur.

Unbehandelt führt dieser Krebs zum Tode; rechtzeitig erkannt aber besteht eine 95%ige Heilungschance.

Leider wissen viel zu wenige Menschen von den Symptomen, da nur ca. 60 Kleinkinder (auf 18.000 Geburten = 1 Erkrankung ) pro Jahr daran erkranken, bestand bis vor wenigen Jahren seitens der Pharmaindustrie/Forschung kein Interesse. Es ist einfach nicht lukrativ genug – mit anderen Krebsarten lässt sich mehr Geld verdienen.

Seit 2009 hat sich aber vieles zum Guten verändert.

In Düsseldorf gründete das Ehepaar Monika und Gregor König die Kinderaugenkrebsstiftung. Auch bedingt durch ein familiäres Schicksal: deren dritte Tochter erkrankte leider auch an diesem bösartigen und seltenen Krebs.

Folgende Ziele hat sich die Stiftung gesetzt:

  1. Früherkennung, Aufklärung + Integration in die Vorsorgeuntersuchungen bei Kleinkindern
  2. erkrankten Kindern zu helfen – betroffene Familien zu unterstützen.
  3. Forschung zu intensivieren

Tommy trägt leider diesen Gendefekt in jeder Zelle seines Körpers, wie ein Drittel aller erkrankten Kinder. Dadurch besteht ein erhöhtes Risiko, an Folgetumoren zu erkranken.

In 2006 überstand er erfolgreich Magenkrebs, im November 2011 bekam er die Diagnose an einem seltenen Knochenmarkkrebs erkrankt zu sein – mittlerweile hat er seine eigene Stammzellentransplantation im Mai 2015 erfolgreich absolviert.

Diese Therapie wurde nur kurz dadurch unterbrochen, weil an seinem rechten Knie ein Hautkrebs diagnostiziert wurde.

Ich liebe meinen Bruder Tommy… er ist ein positiv denkender Mensch, optimistisch, er liebt das Leben und lebt es jeden Tag.

Dieses konnte ich mittlerweile auch bei vielen erkrankten Kindern und deren Familien beobachten. Nach vorne schauen, sich über jeden Tag zu freuen, denn alle wissen wir doch : Gesundheit ist das A und O!

Seit 2013 engagiere ich mich aktiv für die Kinderaugenkrebsstiftung, bin mittlerweile Mitglied des Kuratoriums, wurde in meiner Heimatstadt dafür im Jahr 2013 zum MENCH DES JAHRES gewählt und zum Tag der Deutschen Einheit 2014 nach Hannover eingeladen – unvergessen der Empfang unseres BP Herrn Gauck dort auf Schloss Herrenhausen.

Von meinem Arbeitgeber, der Förde Sparkasse, hatte ich im Jahre 2012 das Go erhalten, zwei Monate in 2013 unbezahlten Urlaub nehmen zu dürfen.

Ich wollte eine Auszeit für mich, zwei Monate mit dem Fahrrad Deutschland erkunden, befreit von allem Gepäck des Alltags – für mich sein.

Tommys Diagnose Knochenmarkkrebs haute auch mich um. Ich nahm Kontakt zur Stiftung im Jahre 2012 auf, wollte meine Radtour mit einer Spenden/ Aufklärungskampagne zu dem Retinoblastom verbinden.

Nach ausgiebiger Vorbereitung Hand in Hand mit der Stiftung und einer Medienagentur startete am 15.06.13 dann meine Radtour von Flensburg nach Füssen:

in 60 Tagen durch die Republik, 1.750 km verbunden mit vielen Terminen bei Sparkassen, Rotariern und Lions Clubs.

Schnell war mir klar: es muss und wird nach dieser Tour weitergehen. Im November 2013 begann ich über meine Tour / Engagement bei Lions, Rotariern, verschiedenen DRK Ortverbänden und im Rahmen von Gottesdiensten in Kirchen zu berichten. Immer verbunden mit dem Sammeln von Spenden.

Alle Aktiven der Stiftung sind ehrenamtlich engagiert, ca. 60 % der Spenden gehen in die Forschung, um die Vorsorge- und die Therapiemöglichkeiten und auch die Nachsorge zu verbessern.

Besonders die Charité in Berlin engagiert sich vorbildlich in diesem Bereich, auch sind schon erste Erfolge zu verzeichnen.

Die Kinderaugenkrebsstiftung setzt ihre Spendeneinnahmen aber auch dafür ein, in Nähe der Kliniken Elternhäuser mit aufzubauen. Was ist wichtiger für die erkrankten Kleinkinder, als ihre Eltern in ihrer Nähe zu wissen!

Das Maskottchen der Stiftung ist ein Elefant namens Elli. Elli hat wie die kranken Kinder auch ein Auge zum Herausnehmen…

Elli ist rein aus Spendengeldern finanziert und mittlerweile auf jedem Kontinent zu Hause. Die Stiftung versendet diese an die Familien der kranken Kinder.

Elli bewirkt Wunder! Dieses wird zahlreich von den betroffenen Eltern der Stiftung mitgeteilt.

Elli ist nicht nur Kuscheltier, nein! Auch Mutmacher und an dem Elefanten lernen die Kinder spielerisch, sich das Auge zu entnehmen.

Auch schöpfen sie nach der kräftezehrenden Therapie durch Elli wieder Mut und Hoffnung – das Gefühl, nicht allein zu sein macht positive Energien frei.

Das Rad ist nun sprichwörtlich am Laufen. Für mich immer wieder ergreifend zu sehen, wie viele Menschen sich gerne für mich/die Stiftung uneigennützig engagieren, mir Unterstützung anbieten ohne die so viel gar nicht möglich wäre.

Am Anfang war ich bei den Rotariern, Lions und in den Kirchen zusammen mit einem blinden Keyboarder… Musik macht vieles einfacher… vereint die Menschen und hilft für wenigstens den Moment die Sorgen vergessen machen.

Somit begann ich Events zu organisieren:

–          Zwei Rockabilly Konzerte

–          Veranstaltung mit einem Zauberer und Puppenspieler

–          Veranstaltung eines Sommerfest in Hamburg / St. Pauli

–          Teilnahme an Flohmärkten

–          beim Lauf zwischen den Meeren in einer Staffel teilgenommen, die mir dafür                       einen 4-stelligen Betrag spendete

–          Organisation von Fußballturnieren

–          Teilnahme am Kinderfest 2015 des Radiosenders RSH

–          die Veröffentlichung eines Jahreskalenders mit Eckernförder Menschen und                       Motiven

–          ein Jazz Konzert

–          und in der Planung nun auf einem Gut in der Nähe von Waabs einen                                      Chansonabend.

 

Vielen engagierten und tollen Menschen durfte ich begegnen. Eine ungeheure Welle der Unterstützung machte es von Beginn an möglich, dass der Stiftung mittlerweile ein hoher 5-stelliger Spendenbetrag zufloss.

Ein Erfolg der auf vielen Schultern ruht! Das ist mir immer besonders wichtig, denn es geht nur gemeinsam. Allein wäre ich nie so weit gekommen und ein Ende ist noch längst nicht in Sicht.

Viel gesunde Menschen in unserer Gesellschaft sollten sich öfter mal bewusst machen was es heißt, gesund zu sein… selbstständig seinen Tag zu planen, fernab von Krankenhäusern und Therapien.

Das Leben ist so wertvoll und schön – es bedarf nicht viel zum Glücklich-sein.

Wenn auch Sie die Kinderaugenkrebsstiftung unterstützen möchten, frei nach dem Motto „ jeder Euro zählt“, dann anbei die Bankverbindung Kinderaugenkrebsstiftung

IBAN DE17 37050198 1902631926 BIC : COLSDE33

Jeder Tag in Gesundheit ist ein Geschenk.

Dietmar Ruhfus

 

Informationen unter Kinderaugenkrebsstiftung.de und auf Facebook unter
„Gemeinschaft Augenlicht „der Kinderaugenkrebsstiftung

 

YouTube:

https://www.youtube.com/channel/UC86O3aP7dwaQr_HJQZ7ZhPQ

Dietmar Ruhfus bei Facebook:

https://www.facebook.com/dietmar.ruhfus?fref=ts

 

Gemeinschaft „Augenlicht“ der Kinderaugenkrebsstifung:

https://www.facebook.com/AugenlichtSpendentour/?fref=ts

 

http://www.kinderaugenkrebsstiftung.de/

 

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