Guido Kreft

Autorenbild_Guido-Kreft

GKreft Verlag ESOTERIK-FACHVERLAG FÜR NEUAUTOREN

Ausgabe Mai 2016

Einmal sehn wir uns sicher wieder …            

Zeichen aus der geistigen Welt… 

 

basierend auf einer wahren Begebenheit…

 

Es war ein kalter und regnerischer Wintermorgen, als Jan das Haus verließ. Was für eine Trostlosigkeit auf den Straßen in diesem kalten Nass, dachte er bei sich, schlug seinen Mantelkragen hoch in den Nacken und ging widerwillig in Richtung Bushaltestelle, die ca. fünf Minuten von seiner Wohnung entfernt lag.

 

Er beachtete kaum die Menschen, die ihm dabei auf seinem Weg begegneten. Voller Verbitterung stieß er ein verachtungsvolles aber doch leises „du kannst mich mal“ heraus, als ihm jemand im Vorbeigehen einen guten Morgen wünschte.

 

An diesem Morgen gab es nun wirklich nichts Gutes, dachte er bei sich und trottete, langsam vor sich hin grübelnd, zur Busstation. Würde sein Vater noch in seinem Bett liegen und seinen Besuch bemerken, fragte er sich.

 

Diese leeren, qualvollen Augen eines Menschen, der sich seinem unabwendbaren Schicksal nicht mehr widersetzte, sondern wartete. Wartete, dass seine Qualen endlich ein Ende finden würden.

 

Als es für seinen Vater vor ein paar Monaten hieß, Krebs im Endstadium, brach für Jan eine Welt zusammen. Hilflos und verzweifelt musste er mit ansehen, wie es mit seinem Vater stetig bergab ging. Dabei hatte dieser, als direkt Betroffener, noch viel mehr Hoffnung als alle anderen zusammen.

 

Aber Hoffnung allein, heilt selten einen Teufel wie den Krebs, murmelte Jan wütend vor sich hin.

 

Als er ca. zwanzig Minuten später in das Zimmer des Krankenhauses trat, standen seine Mutter und ein paar Verwandte um das Bett seines Vaters. Ihre bedrückten Gesichter ließen keinen Zweifel.

 

Es ging zu Ende. Die Anwesenden wollten Jan ebenfalls ermöglichen, in Ruhe Abschied zu nehmen und verließen schweigend den Raum. Jan setzte sich zu seinem Vater an das Bett und drückte sanft seine Hand, während er dabei förmlich spüren konnte, wie das Leben aus ihm entwich.

 

Sein Vater versuchte ihm etwas zu sagen, bekam aber zunächst kein deutliches Wort heraus. Zu sehr hatte der Krebs seinen Körper ausgemergelt. Jan senkte seinen Kopf, um wenigstens ein leises Flüstern vernehmen zu können.

 

Und tatsächlich, der Hauch einer Stimme drang plötzlich an Jans Ohr. Er musste sehr angestrengt lauschen, um zu verstehen, was sein Vater ihm sagen wollte.

 

Einmal sehn wir uns sicher wieder, hörte Jan ihn wispern. Zumindest glaubte er es zu hören und dachte, dass sein Vater sich in einer Art Delirium befinden würde, als dieser seine letzte Kraft zusammen nahm, seine dünne, nunmehr knochige Hand erhob und auf ein Bild zeigte, welches auf dem Tisch neben seinem Bett stand.

 

Jan war dieses alte Foto, bis zu jenem Tag, nicht einmal aufgefallen. Seine Mutter musste es wohl vor kurzem dort aufgestellt haben. Es zeigte Jans Vater in seinem geliebten Garten, den er in jeder freien Minute hegte und pflegte.

 

In der Hand hielt er eine Rose, die er wohl unmittelbar vor der Aufnahme geschnitten hatte. Ja, sein Rosenbusch, auf den er so stolz war und der dann irgendwann doch verdorrte und nie wieder  Blüten trug.

 

Er starb so wie sein Vater jetzt, dachte Jan und konnte seine Tränen nicht mehr halten. Jan bemerkte noch den sanften Druck durch die Hand seines Vaters, so als hätte dieser ihm noch mitteilen wollen, dass er nicht traurig sein muss. Dann machte Jans Vater einen letzten, tiefen Atemzug und schloss für immer seine Augen, an diesem trostlosen, bitter kalten Wintertag.

 

Eine kurze Zeit nach der Beerdigung, es war mittlerweile Frühling geworden, fragte sich Jan immer wieder, ob er die letzten Worte seines Vaters richtig vernommen oder er sich diese nur eingebildet hatte.

 

Sein Vater war nicht religiös und glaubte auch nicht an ein Leben nach dem Tod oder etwas in der Art. Jan selbst war sich da nicht so sicher und war stets hin-und hergerissen, wenn es um solche Themen ging. Viele Fragen gingen ihm seither durch den Kopf und seine Trauer nagte noch tief an seiner Seele. Warum zeigte sein Vater damals ausgerechnet auf dieses Bild, fuhr es Jan ständig durch den Kopf.

 

Als er eines Tages von der Arbeit nach Hause kam, hörte er auf dem Anrufbeantworter die Stimme seiner Mutter, die ihn aufgeregt bat vorbeizukommen, wenn es seine Zeit zulassen würde.

 

Es klang also nicht wie ein Notfall, aber da Jan seine Mutter nicht erreichte, machte er sich sofort auf den Weg zu seinem Elternhaus, wo ihn seine Mutter, strahlend und mit einem Lächeln über das ganze Gesicht, in Empfang nahm. Ich habe versucht anzurufen, stieß ihr Jan erwartungsvoll und gleichzeitig fragend entgegen.

 

Doch seine Mutter lächelte nur. Hast du im Lotto gewonnen, fragte Jan vollkommen verdutzt. Nein, viel schöner, entgegnete sie und wies ihm den Weg zum Garten. Als Jan an der Terrassentüre ankam und in den Garten blickte, traute er seinen Augen nicht.

 

Der Rosenstrauch seines Vaters stand, nach ungefähr elf Jahren der Dürre, wieder in voller Blüte. Sein Vater hatte ihn damals einfach so stehen lassen, weil er die Hoffnung nicht aufgeben wollte, dass seine geliebten Rosen eines Tages wieder blühen würden. Jans Mutter sah ihren staunenden Sohn nachdenklich an. Wenn Papa das noch sehen könnte, so kurz nach seinem Tod, seufzte sie. Jan war nun klar, was sein Vater ihm damals am Sterbebett sagen wollte. Er wusste damals, in seinen letzten Stunden und Minuten hier auf Erden, wo er hingehen würde.

 

Er war nicht verwirrt in seinen letzten Momenten. Jan war sich plötzlich so sicher wie nie zuvor. Sein Vater wollte ihn darauf hinweisen, dass er auch durch seinen Garten weiterleben und ein Zeichen geben würde. Er konnte die Nähe seines Vaters plötzlich ganz deutlich fühlen als er zu seiner Mutter liebevoll sagte: „Mum, er weiß über alles Bescheid und ist bei uns!“…

 

 

 

Wenn Engel zu Dir sprechen und Deine Seele berühren …

 

basierend auf einer wahren Begebenheit…!

 

Es war schon tiefe Nacht. Zusammengekauert auf einem kargen Sessel und allein im dunklen Zimmer, in dem er sie zurückgelassen hatte, saß sie regungslos da. Verloren und völlig verzweifelt, starrte sie vor sich hin. Viele Jahre der Liebe und des Vertrauens, einfach so vorbei. Tausend Fragen gingen ihr durch den Kopf.

 

Hatte er sie wirklich je geliebt? Was hatte ihn so sehr verändert? Schon lange erkannte sie in ihrer Beziehung die Bedeutung der Aussage, dass man auch zusammen allein sein kann. Und allein fühlte sie sich nun, unendlich allein. Plötzlich erfasste sie eine wunderbare aber merkwürdige, tiefe Stille und sie war ganz in sich, als sie den Hauch einer sanften Stimme in ihrem Kopf vernahm: „Alles in Deinem Leben hat einen Sinn, auch wenn Du ihn jetzt noch nicht erkennst. Vertraue auf die Kraft und Weisheit Deines Herzens.

 

Glaube daran, in Deiner Not bist Du nie wirklich ganz allein.“ Diese Worte schienen aus demselben Nichts zu kommen, indem sie sich selbst so restlos verloren und verlassen fühlte.

 

Sie sah erschrocken auf, blickte in die Dunkelheit des Raumes, fühlte aber dennoch eine angenehme, irgendwie vertraute und gleichzeitig unerklärliche Anwesenheit. Wer oder was versuchte sie so einfühlsam mit diesen tröstenden Worten zu berühren, ging es ihr durch den Kopf.

 

Vielleicht ja ein Engel, um den sie in der letzten Zeit so oft gebeten hatte, als sie sich in langen, einsamen Nächten in den Schlaf weinte. Aber an Wunder konnte sie, in jenen Momenten der endlosen Enttäuschung und Leere, nicht wirklich glauben. Eine zierliche Frau, so zerbrechlich und in ihrer großen Not, aus tiefster Seele nach Geborgenheit und Schutz rufend.

 

Sie wünschte sich so sehr einen mächtigen Engel, der schützend seine Flügel über sie ausbreiten sollte. So wie sie es sich schon in ihrer Kindheit ausmalte, wenn sie einmal traurig war.

 

Damals konnte sie noch an so etwas glauben und Engel waren für sie immer mächtige Lichtwesen, die alles überragten und Dinge ihr Angst machten, sofort aus ihrem kindlichen Gemüt verbannten.

So fragte sie in der Dunkelheit und Einsamkeit ihres Herzens und ohne wirklich eine Antwort darauf zu erwarten: „Wenn du mein Engel bist, wie groß bist du wirklich?“

 

Dabei stellte sie sich erneut einen wunderschönen, riesigen Engel vor, der seine weißen Flügel über ihrem Haupt entfalten würde. Sogleich durchströmte sie ein noch tieferes Gefühl der Stille und Geborgenheit, legte sich wie ein schützender Schleier über sie und eine wundervolle Stimme, wie tausend Harfen, antwortete ihr: „ Ich bin so groß wie Du Dich fühlst!“…

 

 

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