Henrik Geyer

 

Autorenbild_Henrik-Geyer

SPIREO

Ausgabe März 2016

Apokalypse

Was ist die Apokalypse? Gibt es eine Notwendigkeit für sie? Worin besteht die Notwendigkeit, wodurch lässt sie sich abwenden?

Biblische Offenbarung – das Ende der Welt .. Gott übernimmt wieder

Apokalypse ist ein biblisches Wort – es ist das Buch der Offenbarung, welches das Ende der Welt beschreibt, man nennt das auch  „das Jüngste Gericht“. Aufgrund menschlicher Verfehlungen findet die Welt ihr Ende, es ist eine Abrechnung Gottes mit den Fehlern der Menschheit – und auch ihren guten Taten. Es ist zugleich das Bild eines End-Kampfes zwischen Gut und Böse, bei dem die Welt, wie wir sie kennen, untergeht.

Endzeit-Visionen – die modernisierte Form der Apokalypse

Es gibt viele Endzeitphantasien, oft sind sie inspiriert von der biblischen Apokalypse. Diese Endzeit-Phantasien hängen entweder mit Krankheiten (Pandemien) oder Weltkriegen zusammen, man denke an „I am Legend“ (Buch von Richard Matheson), „The Book Eli“ (Film), „Mad Max“ (Film) und viele, viele mehr.

Ein bekannter Vietnam-Kriegsfilm, der den Wahnsinn des Krieges herausarbeitet, heißt „Apokalypse now“.

„Die Zeitmaschine“ von H.G.Wells ist eine sehr gut geschriebene, spannende und äußerst hellsichtige Variante einer Endzeitphantasie. In „Die Zeitmaschine“ dringt ein Zeitreisender in die Epoche nach einer atomaren Kriegskatastrophe vor. Die Rest-Menschheit hat sich in die Eloi und die Morlocks geteilt.

Die Morlocks sind unterirdisch lebende, kannibalistische Ungeheuer. Sie ernähren sich von den überirdisch lebenden Eloi, die sie regelmäßig zusammentreiben und planvoll auf die Schlachtbank führen. Die Welt der Eloi, die als menschliches Schlachtvieh dienen, ist himmlische Unwissenheit – sie vertreten das Prinzip der Schönheit, der Harmonie, des Gartens Eden. In ihrer Unwissenheit sind sie wie Schafe, aber auch völlig ohne Sünde. Hingegen sind die Morlocks im Grunde der heute lebenden Menschheit sehr ähnlich. Denn sie sind wissend, berechnend, ausnutzend – aber dabei sehr produktiv und überlegen! Sie sind dem Leser des Buches „Die Zeitmaschine“, obwohl sie so schrecklich und fremd wirken, ein alptraumhaftes Spiegelbild.

Der Autor H.G. Wells fragt: ist es das Los des Menschen, strebend, brutal, listig, vorwärts drängend zu sein, und damit schicksalhaft auch das Böse als unabdingbare Notwendigkeit in die Welt zu bringen?

Jack London – Der scharlachrote Tod

Die 1915 erschienenen Novelle „Der scharlachrote Tod“ von Jack London ist eine weitere, erstaunliche Variante einer Endzeit-Phantasie. Erstaunlich, weil Jack London eigentlich nicht für spirituelle Texte bekannt ist, dennoch ist gerade dieses Werk durchdrungen von spiritueller Weisheit und es ist wunderbar hellsichtig.

„Der scharlachrote Tod“ handelt von Überlebenden einer weltweiten Vernichtung der Menschheit durch eine gleichnamige Krankheit.

Der letzte Zeitzeuge der eigentlichen Katastrophe erzählt 60 Jahre danach, Kindern von den Tagen der Pandemie. Und er kommt auch darauf zu sprechen, wie es nun aus seiner Sicht weitergehen wird. Er hat Bücher in ein Versteck gebracht, um dem geistigen Neustart der Menschheit, den er voraussieht, zu befördern. Gegenwärtig sind die wenigen Überlebenden in einen Zustand des Analphabetentums, der Wildheit, des Aberglaubens, zurückgefallen – und er hält es für nötig, das geistige Erbe zu bewahren.

Doch dann, den Kindern berichtend, und ihre Reaktionen hörend, zweifelt er …

Zitat (Übersetzung)

„Das Schießpulver wird wiederkommen. Nichts kann es aufhalten – es ist immer und immer wieder dieselbe Geschichte. Der Mensch steigt auf, und der Mensch kämpft.  Schießpulver wird den Menschen ermöglichen, Millionen anderer Menschen zu töten, und nur auf diese Weise, durch Feuer und durch Blut, wird sich eine neue Zivilisation in einer weit entfernten Zukunft entwickeln.

Und zu welchem Preis? Genau wie die alte Zivilisation verging, so wird es der neuen geschehen. Es kann fünfzigtausend Jahre dauern, dass sie sich entwickelt, aber auch sie wird vergehen. Alles vergeht. Es bleiben nur die kosmischen Kräfte und die Materie, die, immer fließend, immer agierend, die zeitlosen Typen hervorbringt – den Priester, den Soldaten und den König. Aus dem Mund von Kindern kommt die Weisheit aller Zeitalter. Manche werden kämpfen, andere werden herrschen, andere werden beten; und der Rest wird schuften und leiden, während ihre geschundenen Körper benutzt werden; wieder, und dann wieder, ohne Ende, die erstaunliche Schönheit und die überragenden Wunder der Zivilisation hervorbringend.

Es wäre ebenso gut, ich würde die Bücher, die ich in der Höhle sammelte, zerstören. Ob sie nun bleiben oder verschwinden, all ihre alten Wahrheiten werden entdeckt werden; all ihre alten Lügen werden neu gelebt und weitergegeben. Was wäre der Nutzen (sie zu bewahren)….“

 

Die andere Sicht

Aus spirealistischer Sicht (meiner Philosophie) hängt, was vorgedacht wird, mit einer sich entwickelnden Realität zusammen. Denn alles ist Geist, und unsere Gedanken bahnen der Zukunft bereits den Weg.

Der Mensch ahnt hier völlig zu Recht. Denn er hat sich von seinen Quellen getrennt, und wähnt sich nun eigenständig. Er glaubt Beobachter der Welt zu sein, doch ist er nicht nur Beobachter – aus ihm selbst gehen die Welten hervor. Seine Welten entspringen einer Quelle: seinem Geist, so wie er selbst von der geistigen Quelle des ihn Erschaffenden abhängt.

Doch die Welt als getrennt von sich selbst wahrnehmend, entfremdet sich der Mensch von seinen Quellen, so als habe er nichts mit ihnen zu tun. Er zerstört, woraus er selbst erst hervorgeht, lebt nicht in Einklang, sondern in ewigem Kampf. Ein Kampf um ein „Mehr!“, der für ihn nie endet.

Dem Kampf, von dem Jack London spricht, und der sich immer wiederholen wird. Solange zumindest, wie sich der Mensch als getrennt von den Dingen sieht.

Es ist diese Unschuld, die ich in obigem Bild, das ich „Apokalypse“ nannte, darstellen wollte. Der Mensch sündigt und ist dabei völlig unschuldig. Wie ist das möglich?

Kampf und Atombomben für selbstverständlich haltend, und sie sogar dem menschlichen Genie zurechnend, erschafft sich der Mensch seine fürchterliche Realität. Seine schrecklichsten Alpträume werden wahr. Und der Mensch beteuert, er wüsste nicht, woher all das kommt (!)… er ist in seiner Ahnungslosigkeit vollkommen ehrlich.

Die Sichtweise des Kampfes zu durchbrechen ist die Chance des Menschen – doch dieses Durchbrechen müsste mit einer ganz anderen Weltsicht einhergehen, als sie der Mensch derzeit hat.

Es wäre nicht die Welt der Unwissenheit der Eloi aus „Die Zeitmaschine“ – denn es gibt kein Zurück aus dem Wissen. Es müsste eine Welt des Einklanges, und dennoch des Wissens, sein. Es müsste eine Welt sein, in der niemand die Notwendigkeit der Bombe sieht. Die technische Möglichkeit der Bomben-Konstruktion zwar habend, müsste jeder, oder anders formuliert, müsste „der Mensch“, eine solche Realisierung für völlig absurd halten.

Das währe gleichbedeutend mit: Es technisch nicht ermöglichen. Es nicht planen, nicht entwickeln, nicht verbreiten, einfach weil man keinen Nutzen darin sieht.

Ist so etwas vorstellbar?

Ausgabe Dezember 2015

Was ist Zuversicht?

Bei meinem Bild „Zuversicht“ geht es um die Frage, was Zuversicht eigentlich ist.

Ich hatte das Bild gemacht, das man oben sehen kann, und man sagte mir, das Bild sei schön. Und zwar, weil es positiv ist. Ich sagte: „Ja, das ist es. Der Mann hält Uhr-Zeiger in der Hand, die 5 vor 12 anzeigen. Dennoch ist er positiv, und darum ist das Bild positiv.“

Dies sehend, sagte man mir, das Bild sei doch nicht so positiv, wie man zuerst gedacht hat. Den Zeigerstand hatte man übersehen. Dies aber bedenkend, erscheine die Aussage des Bildes geradezu negativ.. 5 vor Zwölf.. das bedeutet nahende Katastrophe… Das sei denn doch nicht so positiv.. Sondern schrecklich.

Zuversicht im Angesicht der Katastrophe

Ich sagte, dass es aber so gemeint sei. Zuversicht bedeutet, positiv zu denken, und zwar gerade dann, wenn es schwer ist, positiv zu denken. Gerade, wenn es hart auf hart kommt. Wenn man meint, es gäbe keinen Grund, etwas Gutes zu erwarten, dann trennt sich Zuversicht von Defätismus. Wenn Zuversicht nur dann existieren könnte, wenn die äußerlichen Bedingungen gut sind, dann bräuchte man keine Zuversicht.

Alltägliche Katastrophen

Ja.. aber richtig schwere Situationen, Katastrophen, seien ja zum Glück selten.

Ist das wirklich so?  Denken wir denn nicht stets und ständig innerhalb eines Spannungsfeldes, in dem wir alles, was uns passiert,  zwischen Gut und Schlecht ansiedeln wollen? Zwischen den Polen von Katastrophe auf der einen Seite, und höchstem Glück auf der anderen Seite? Das geht dem ganz armen Menschen nicht anders als dem Reichen, dem Kranken nicht anders als dem Gesunden. So richtig problemfrei ist daher niemand, der überhaupt die Dinge bewertet.

Es ist immer die Frage, was man als Katastrophe bezeichnet.

Zuversicht ist Konzentration

Im Grunde sind die Zuversichtlichen eher jene, die die Katastrophe nicht in allem sehen wollen. Die sich auf das Eintreten des höchsten Glücks freuen. Vielleicht ganz ohne Grund. Zuversicht bedeutet, Mut zu haben, handeln zu können, wenn andere keinen Mut hätten. Ganz besonders im Angesicht von Schwierigkeiten, manchmal auch großen Katastrophen, aber natürlich auch den ganz alltäglichen, kleinen Katastrophen.

Der Zuversichtliche konzentriert sich nicht auf Befürchtungen, sondern auf das, was eintreten soll. Auf das, von dem er als sicher annimmt, dass es eintreten kann, solange er das Seine dazu tut. Daher ist Zuversicht eine besondere Fähigkeit zu denken, die aus Vertrauen  erwächst. Manche nennen diese Fähigkeit Gottvertrauen. Zuversicht ist, wenn man das Steuer in der Hand behält, während sogenannte Realisten vielleicht in Panik das Steuerhaus verlassen.

 

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