Norbert van Tiggelen

 

Tiggelen

NORBERT VAN TIGGELEN

Ausgabe Januar 2015

Ferne

Freundschaft Ich bin stolz, dass ich Dich habe,

auch wenn wir uns selten sehen.

Die Entfernung stört bei Gott nicht,

Du kannst mich auch so verstehen.

Unsre Freundschaft, die ist anders,

sie beruht auf dem Verstand.

Du bist jemand, den ich brauche,

hältst mir oft im Traum die Hand.

Ganz alleine schon zu wissen,

dass ich Dir am Herzen lieg’,

stimmt mich froh an vielen Tagen,

ist für mich der größte Sieg.

Wenn wir uns auch mal nicht hören,

werd’ ich nicht gleich frierend sein,

denn die Wärme Deiner Briefe

ist für mich der Sonnenschein.

© Norbert van Tiggelen

 

 

Geradeaus sein

Menschen, die meist geradeaus sind,

haben’s manchmal richtig schwer.

Denn bei ihnen stoßen Heuchler

größtenteils auf Gegenwehr.

Wehrlos mit dem Strom zu treiben,

das liegt ihnen ganz weit fern.

Aufrecht geh’n und Zähne zeigen

ist für sie des Lebens Kern.

Weil sie einen Standpunkt haben,

schätzt man sie als schwierig ein.

Doch im Grunde ihres Herzens

sind sie treu, gerecht und rein.

Würd‘ es mehr von ihnen geben,

würd’s der Welt wohl schaden nicht;

denn wo Kritik wird geäußert,

ist auch Besserung in Sicht.

© Norbert van Tiggelen

 

Gerecht?

Gott hat uns einst die Welt geliehen,

nicht dafür, dass wir Menschen fliehen,

nicht dafür, dass der eine klaget,

der andere sich in Schampus badet.

Wo Kinder werden drauf getrimmt,

dass Arme keine Menschen sind,

wo Wahrheit nur ein Wort noch ist,

solange Du alleine bist.

Wo die Robbe wird erschlagen,

damit wir Menschen Pelze tragen,

der Herr mit seinem Schatten prahlt,

das Weibchen aussieht wie gemalt.

Wo Liebe meist ein Wort bedeutet,

was man mit Geld sich leicht erbeutet,

entscheidet über gut und schlecht –

ist das denn alles noch gerecht?

© Norbert van Tiggelen

 

Sonnenuntergang

 

Ein Traum von Farben sagt goodbye,

die Nacht setzt erste Kräfte frei,

die Sonne schminkt das Firmament,

es scheint, als ob der Himmel brennt.

Gedanken sich in ihm verhüllen,

würd‘ ein Buch mit Worten füllen!

Beim Anblick macht sich Freude breit,

aber auch nicht selten Leid.

Lass Deinen Sinnen freien Lauf,

nimm Emotionen stets in Kauf,

denn diese herrlich‘ Prozedur

ist eine Gabe der Natur.

© Norbert van Tiggelen

 

 

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